InSelbstgemachtes

Pechsalbe aus Tannenharz

Ich habe im Herbst einiges Harz gesammelt, das für mich dieses Jahr nur von der Tanne kommt. Was ganz neues, da es früher immer Kiefernharz war. Ob Tanne, Fichte oder Kiefer – das ist gleich, denn alle drei Nadelbäume eignen sich für phytotherapeutische Anwendungen. 

Ich verwende das Harz hauptsächlich zum Räuchern und habe zusätzlich eine Harzsalbe (Pechsalbe) angefertigt. Dafür habe ich ganz frisches, noch weiches Harz verwendet. 

Wirkung der Pechsalbe

Harz ist ein ganz tolles Naturheilmittel und ich durfte seine wundheilungsfördernden Eigenschaften erst kürzlich testen. Beim Schneiden von Nadelgehölztrieben für mein Waldsalz (kommt noch) habe ich mir mit meinem sehr scharfen Messer tief in den Finger geschnitten. Wie gut, dass ich gerade bei den Nadelbäumen und eine harzende Tanne gleich in der Nähe war, denn der potente Baumsaft ist das Erste-Hilfe-Mittel für frische Wunden. Der Schnitt hat stark geblutet und ich habe ihn zunächst ein wenig ausgedrückt, damit er etwas ausblutet. Dann habe ich das Blut abgetupft und den Schnitt mit frischem, weichem Harz versiegelt. Die Wunde war verschlossen, unter dem Harz hat sich zwar weiteres Blut gesammelt, aber es trat nichts mehr aus. Zuhause habe ich alles unter fließendem Wasser abgewaschen, die Blutung war komplett gestillt und die Wunde sauber. Der Kopf brauchte noch etwas Sicherheit, da das das erste Mal, dass ich eine Schnittwunde so versorgt habe, also habe ich noch ein Schlückchen Wodka darüber gegossen. 😉 Noch meine Harzsalbe und ein Pflaster drauf und der Schnitt hat nicht mehr geblutet und ist super verheilt. 

Es gilt immer: (Schnitt)Wunden ausbluten lassen, nicht wässern, da das die Wundheilung erschwert. Salbe drauf, wenn die Wunde sich geschlossen oder zumindest aufgehört hat zu bluten. 

Diese Kraft des Baumharzes kann man sich also in einer Salbe zunutze machen. Pechsalbe wirkt antiseptisch, antibakteriell, antiviral, fungizid, entzündungshemmend und zusammenziehend und bringt somit alles mit, was für eine Wundversorgung nötig ist. Die enthaltenen ätherischen Öle – bei der Tanne v.a. mit Monoterpenen, Bornylacetat, Pinen, Limonen, Camphen und Phellandren – wirken weiterhin durchblutungsfördernd, auswurffördernd und können auch die Haut reizen (im Zweifel und bei hoher Empfindlichkeit ausprobieren). Die durchblutungsfördernden und damit wärmenden Eigenschaften kann man sich z.B. auch für Rheuma- und Gichtsalben zunutze machen. Hier würde ich noch ätherisches Öl hinzugeben. Genauso, wie für Erklältungssalben. 

Ich bin super happy mit meiner Salbe, da sie sehr gut hilft. Und hier gibt es das Rezept für dich. 

Zutaten

Zubereitung

Das Öl mit Harz, Tannen- und Kiefernnadeln in einem sauberen Glas im heißen Wasserbad erwärmen. Temperatur zwischn 60 – 68°C halten, sie darf 70°C nicht übersteigen. Ich habe deshalb immer ein Thermometer im Öl.

Die Nadeln habe ich nicht abgewogen, sondern an die Ölmenge angepasst, die ja nicht so riesig ist. Wir brauchen nicht so viel Salbe. Das Gemisch eine Stunde lang unter Rühren (ich habe ein Bambusstäbchen genommen, da das Harz verklebt) ausziehen. Nach Ablauf der Zeit durch einen Teefilter in ein weiteres sauberes Glas abseihen und die Reste schön ausdrücken, damit auch alles wieder ins Gläschen kommt. Zurück mit diesem Glas ins Wasserbad und nun das gestückelte Bienenwachs dazugeben.

Unter rühren löst es sich nach und nach auf. Nun kann die Salbe in saubere Tigel gefüllt werden. Mit einem Tuch abdecken, bis sie abgekühlt ist, dann zuschrauben und im Kühlschrank lagern. 

Durch die desinfizierenden Eigenschaften des Harzes ist diese Salbe im Kühlschrank 2 Jahre haltbar. 

Viel Spaß!

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