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Phytotherapeutische Heilpflanzentees, aber richtig: Asthma-Tee

Ich habe seit meinem achten Lebensjahr Asthma und habe bisher noch nie versucht, einen alternativen Weg für die Heilung zu gehen. Warum? Das weiß ich selbst nicht so genau. Am ehesten wohl, weil ich bis vor etwa zwei Jahren der Meinung war, dass es ein unheilbarer Zustand ist. Davon bin ich mittlerweile nicht mehr überzeugt. Zudem möchte ich nicht mehr täglich Cortison zu mir nehmen. Wenngleich der Anteil im Spray angeblich verschwindend gering ist, so wird es dem Körper doch die ganze Zeit zugeführt. Dass das auf Dauer nicht gut ist ist klar. Nun werde ich mit einem Tee sicherlich keinen Erfolg bei der Ausheilung erzielen, doch zumindest kann ich über Tee die Bronchien entlasten und mir seine entzündungshemmende und abtransportierende Wirkung zunutze machen. Welche weiteren Wege ich bezüglich der Asthma-Behandlung noch gehen werde, werde ich dann sicherlich auch in meinem Blog festhalten. Ein nächster Schritt ist auch ein anderes Spray.

Über medizinische Heilpflanzentees

Der Begriff Tee stammt ursprünglich aus China und ist im 17. Jahrhundert nach Europa gekommen. Damals meinte man mit Tee lediglich die Zubereitung aus Schwarzteeblättern, zumindest hierzulande, denn in China dürfte es grüner Tee gewesen sein. Mit der Zeit umfasste der Begriff dann auch die Zubereitung aus anderen Pflanzenteilen. Ein Tee ist im weitesten Sinne ein Aufguss mit meist heißem Wasser. 

Ein medizinischer Tee sollte natürlich einige Bedingungen erfüllen. Das wichtigste ist, dass er wirksam ist. Dazu sollten die verwendeten Pflanzen für den Patienten verträglich und unbedenklich sein. Phytotherapie basiert darauf, dass die verabreichten Zubereitungen regulierend auf körpereigene Funktionen einwirken und sie damit wieder ins Gleichgewicht bringen. Voraussetzung dafür ist, dass diese Körperfunktionen noch anzusteuern und die natürlichen Selbstheilungskräfte noch vorhanden sind. So wirkt auch ein Tee, der am besten in akuten Zuständen greift. 

Bei längerfristigen Erkrankungen wirkt der Heilpflanzentee unterstützend, so wie mein Asthmatee auch meine Bronchien unterstützen soll. Man kann Teezubereitungen natürlich auch prophylaktisch einsetzen. Wie jedes Medikament, so können auch phytotherapeutische Mittel Nebenwirkungen und Kontraindikationen aufweisen. Die Mittel müssen entweder auf den Patienten oder eben sich selbst genau zugeschnitten sein. 

Es gibt drei verschiedene Arten Heilpflanzentees zuzubereiten. Das kommt auf die Art der verwendeten Pflanzenteile an. Der Infus, der heiße Aufguss, ist die gängigste Form und eignet sich für alle Blätter, Blüten, dünne Stängel, aber auch gequetschte Beeren, sehr fein gehackte Wurzeln und eventuell auch Nadeln. Wobei ich für Nadeln eher den Dekokt wählen würde. Das kommt dann auch auf die Ziehzeit an, die man dem Tee gibt. Je fester die Bestandteile, desto länger die Ziehzeit. Ein Infus zieht in der Regel zugedeckt 7 bis 10 Minuten. Bei festeren Teilen auch mal 15 oder 20 Minuten. 

Die zweite Möglichkeit ein Heilpflanzentee zuzubereiten ist der Dekokt, eine Abkochung. Hier werden härtere Pflanzenteile wie Rinden, Wurzeln oder auch festere Stängel und Beeren in kaltes Wasser gegeben, zugedeckt a,ufgekocht und einige Minuten je nach Festigkeit der Pflanzenteile, leise und ebenfalls zugedeckt geköchelt und dann abgeseiht. Schachtelhalm beispielsweise muss 20 Minuten köcheln, um die Kieselsäure zu lösen. 

Dann gibt es noch das Mazerat, den Kaltwasserauszug, der bei Pflanzen mit besonders empfindlichen Inhaltsstoffen, wie zum Beispiel Schleimstoffen oder Enzymen angewendet wird. Malvenblüten werden am besten als Mazerat zubereitet, sowie auch Moose, wie zum Beispiel isländisch Moos oder auch die Eibischwurzel. Die frischen oder getrockneten Pflanzenteile lässt man entweder 6 bis 8 Stunden am Tag oder über Nacht im kalten Wasser zugedeckt ziehen, seiht sie ab und trinkt den Auszug. Man kann den Auszug auch leicht erwärmen, wenn man vermeiden will eventuell Bakterien aufzunehmen. Dabei ist aber zu bedenken, dass Inhaltsstoffe zerstört werden. Weiterhin gibt es kombinierte Verfahren wie zum Beispiel den Mazerationsdekokt oder den Mazerationsinfus.

Eine phytotherapeutische Teemischung besteht in der Regel nicht aus mehr als fünf verschiedenen Kräutern. Sie sind nach Menge und Wirkung gestaffelt. Das Kraut, dass die Wirkrichtung vorgibt, hat den größten Anteil. Es ist das Haupt- oder Basismittel (Remedium cardinale). Dann kommt das Unterstützungs- oder Hilfsmittel, dass in gleichen Anteilen oder etwas weniger vorhanden sein kann. Im besten Fall ergänzt dieses Remedium adjuvans die Wirkung des Hauptmittels. Als dritte Komponente gibt es noch den Geschmacksverbesserer (Remedium corrigens), der auch die Wirkrichtungen der beiden ersten Komponenten ergänzen sollte. Das Füll- und Schönungsmittel (Remedium constituens), in meinem Fall Kornblumen und Rosenblüten, sind nur für das Auge.

Teeanwendung aber richtig!

Tee wird warm getrunken, nicht zu heiß, in kleinen Schlückchen und im Sitzen. So wird immer nur eine kleine Menge zugeführt, die dann besser und ergiebiger vom Körper aufgenommen und verarbeitet werden kann. Normalerweise werden von Heilpflanzentees 2 bis 3 Tassen täglich getrunken. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, wie zum Beispiel Schlaftees oder Abführtees, von denen abends eine Tasse getrunken wird. Manchmal ist es auch nötig, 4 bis 5 mal am Tag eine Tasse zu trinken. Je nach Schwere und Akutheit der Erkrankung. 

Der Tee wird in der Regel nicht gesüßt, da Süßungsmittel die Wirkung abschwächen. Vor allem Zucker ist hier ein absolutes No go. Wer den Geschmack verbessern und etwas Honig hinzufügen möchte, was bei Kindern sinnvoll sein kann, der sollte den Honig erst in den Tee geben, wenn dieser nicht mehr heißer als 40°C ist. Über dieser Temperatur gehen wichtige und wirksame Enzyme im Honig kaputt. Dann kommt es zu guter Letzt noch auf die Dosierung und die Dauer der Anwendung an. Auf eine kleine Teetasse mit etwa 150 bis 200 ml Wasser kommt ein Teelöffel Teemischung. Das ist die Faustregel. Man kann hier durchaus ein bisschen variieren, und zum Beispiel bei 250 ml Wasser zwei Teelöffel dazugeben. Die Dauer der Anwendung beschränkt sich in der Regel auf einige Wochen, denn gerade bei phytotherapeutischen Anwendungen gibt es einen Gewöhnungseffekt. Nach einer Zeit muss ein Reizwechsel erfolgen, das heißt, andere Pflanzen müssen für die Behandlung eingesetzt werden. Es gibt wenige Ausnahmen wie zum Beispiel Weißdor- oder Johanniskrauttee, die auch über einige Monate getrunken werden können. In der Regel dauert eine Teekur 4 bis 6 Wochen. Dann kann man pausieren oder andere Pflanzen mit den gleichen Wirkmechanismen verwenden.

Asthma-Tee

Beim Asthma-Tee kommt es darauf an, die Bronchien zu entlasten. Das erreicht man zum einen durch Heilpflanzen die auswurffördernd, krampflösend, entzündungshemmend und sekretolytisch (Schleimbildung, die den Abtransport fördert) wirken. Einen sehr starken Effekt erreicht man hier, wenn man eine Saponindroge mit einer ätherisch-Öl-Droge mischt. Saponine und ätherische Öle vertragen sich sehr gut und man kann sich hier den synergistischen Effekt zunutze machen, der eine gegenseitige Wirkverstärkung hervorruft. Ich habe mich für die ätherisch-Öl-Droge Thymian und für alle Teile der Schlüsselblume entschieden, die auch Primel genannt wird.

Thymian 

Thymus vulgaris hat stark antibakterielle Eigenschaften und schützt auch vor Infektionen. Jetzt in der Erkältungs- und Grippezeit kann er ein wirksamer Helfer zur Prävention sein. Verwendet wird das Kraut. Reines ätherisches Thymianöl kann man ebenfalls verwenden, zum Beispiel zur Inhalation bei Erkältung, Grippe oder auch Asthma, oder bei gastrointestinalen Beschwerden. Darin enthalten ist das Thymol, dass stark antiseptisch und Auswurffördernd wirkt. Um sich den synergistischen Effekt zunutze zu machen, braucht man allerdings das ganze Kraut. Die Wirkung einer Pflanze ergibt sich aus der Gesamtsumme ihrer Inhaltsstoffe. Sie ist eine ganzheitliche Entität und sollte auch so wahrgenommen werden. Egal ob in der Phytotherapie, Medizin oder “privat”. Sie ist ein wundervolles Wesen mit bestimmten Eigenschaften. 

Im Thymian enthalten sind: Atherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, Biphenyle und Triterpene. Er wirkt auswurffördernd, krampflösend auf die Bronchien, antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend. Er reizt über die Magenschleimhaut reflektorisch die Bronchien und bewegt sie dadurch zum Auswerfen. Thymian ist also besonders gut für Erkrankungen der Atemwege geeignet, aber auch bei Magen-Darmbeschwerden. 

Schlüsselblume / Primel

Die Primula veris ist eine typische Saponindroge. Saponine sind pflanzliche Seifenstoffe, die sich auch wirkverstärkend auf andere Inhaltsstoffe auswirken. Sie wirken vor allem auswurffördernd und sekretolytisch. Du darfst die Primel nicht ausgraben, da sie unter Naturschutz steht. Das Pflücken der Blüten ist erlaubt, hier sollte man dann aber wirklich sehr auf die gepflückte Menge achten. Von der Primel verwendet man die Wurzeln und die Blüten mit den Kelchblättern in Kombination. Da sie eine Saponindroge ist, bietet es sich sehr an, sie mit einer ätherisch-Öl-Droge zu kombinieren. Schlüsselblume wird vor allem bei Katarrhen der Luftwege, Husten und sämtlichen Atemwegserkrankungen verwendet. Sie wirkt leicht sedierend und ist auch deshalb gut geeignet um Asthma zu behandeln (Beruhigung). Dadurch wirkt sie leicht schlaffördernd. 

Inhaltsstoffe der Primel: Saponine, Phenolglykoside, Carotinoide, Flavonoide, ätherisches Öl. Da sich die Inhaltsstoffe über Blüten, Kelche und Wurzeln verteilen, verwendet man alle Teile. Sie kann in Einzelfällen Magenbeschwerden und Übelkeit hervorrufen. Manche Menschen sind wohl auch gegen Primeln allergisch. 

Die Mischung

  • 50 g Primelblüten mit Kelch 
  • 50 g Primelwurzel 
  • 30 g Thymiankraut 

Zubereitung

Ein Teelöffel Teemischung mit 150 bis 200 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dreimal täglich eine Tasse. Ich bin schon gespannt, ob ich merke, dass ich vielleicht mehr husten muss und meine Bronchien mehr Schleim abtransportieren. Oder ob sich meine Lungen einfach angenehmer und entspannter anfühlen. Am wichtigsten ist mir aber, der Dauerentzündung in den Bronchien nun etwas entgegenzuwirken, damit ich vielleicht ein cortison-ärmeres oder irgendwann sogar ein Asthmaspray, das frei von Cortison ist, verwenden kann. Dazu werden aber wohl weitere Maßnahmen nötig sein. Ich bin dran. 

Vielleicht hast du nun Lust, deinen eigenen Heilpflanzentee zuzubereiten. Viel Spaß dabei!

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