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Hopfentinktur: Beruhigend, ausgleichend, schlaffördernd

Da ich aufgrund meines Chronique Fatigue-Zustands immer noch mit starken Schlafproblemen zu tun habe und bisher kein Mittel so richtig geholfen hat, möchte ich es nun mit einer Hopfentinktur versuchen. Diese werde ich mit einer Lavendeltinktur mischen, die ich zur gleichen Zeit angesetzt habe. Da ich reichlich Hopfenzapfen bestellt habe, ist noch genug übrig für Hopfen-Lavendel-Tee, den ich derzeit jeden Abend trinke. Zusätzlich bin ich leider trotzdem auf – zwar freiverkäufliches – aber trotzdem Schlafmittel in Kombination mit Melatonin angewiesen. Mein Schlaf ist völlig aus dem Takt. Das geht nun seit sechs Monaten so und ich kann dir sagen, dass dauerhaft schlechter Schlaf einen wirklich sehr zermürbt und einen Genesungsprozess fast unmöglich macht. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und müssen medizinisch abgeklärt werden. Ich warte derzeit auf einen Termin in der Endokrinologie, musste mich regelrecht auf einen Termin bewerben, da zweiteklasse Kassenpatienten natürlich eigentlich die nächsten Monate keinen bekommen. Da muss man also hoffen, dass der Zustand nach Meinung der Praxis schlimm genug ist, um zwischengeschoben zu werden. Vor allem mein Progesteronwert ist hier von Bedeutung.

Beruhigende Pflanzen und Mittel sind also derzeit mein Hauptthema. In meinem dreiteiligen Artikel zu Chronique Fatigue bin ich auf diese Thematik bereits ein bisschen eingegangen. Doch wie immer gilt: Man lernt nie aus und es gibt so viele Möglichkeiten dem Körper etwas Gutes zu tun und Mangelerscheinungen entgegenzuwirken.

Über den Hopfen 

Hopfen (Humulus lupulus) ist eine zweihäusige Pflanze. Männliche und weibliche Pflanzen sind also getrennt. Er gehört zu den Hanfgewächsen und ist mit dem indischen Hanf verwandt. Aus dem indischen Hanf wird Haschisch gewonnen. Dennoch ist Hopfen in seiner Wirkung nicht ganz mit Hanf zu vergleichen, wenngleich beide Pflanzen beruhigende Eigenschaften haben (CBD im Hanf). Hopfen entspannt, ohne das Schlafzentrum im Gehirn zu beeinflussen, verhilft aber trotzdem zu einem erholsamen Schlaf. Ein Nebeneffekt, der vielleicht nicht immer erwünscht ist, ist die Dämpfung übermäßige Triebe, also des Sexualtriebs. Ob er das nun auch tut, wenn mit dem Sexualverhalten alles in Ordnung ist, oder nur, wenn hier etwas aus dem Gleichgewicht ist, muss man selbst ausprobieren. Heilpflanzen wirken in der Regel nur dort, wo ein Ungleichgewicht im Körper herrscht. Das ist wirklich eine sehr tolle Eigenschaft von Pflanzen, die sie sehr stark von chemischen Medikamenten unterscheidet. Weil der Hopfen den Sexualtrieb dämpft, vermutet man, dass ihn deshalb die Mönche zum Bierbrauen verwendet haben. Bevor Hopfen das Getränk verfeinerte, wurden andere psychoaktive Pflanzen wie zum Beispiel Bilsenkraut verwendet, um dem Bier Geschmack und somit auch Wirkung zu verleihen. Hopfentee schmeckt leicht bitter, ist also nicht so lecker, aber ich sehe das pragmatisch. Medizinische Tees müssen nicht zwangsläufig gut schmecken. Sie sollen eine Wirkung haben.

Neben den beruhigenden Eigenschaften vermag Hopfen Angstzustände zu lindern. Die Hopfenzapfen oder – dolden, das sind die weiblichen Fruchtstände, werden im September geerntet. Hopfen und Baldrian vertragen sich aufgrund des synergistischen Effekts (gegenseitige Wirkverstärkung) sehr gut, daher werden sie auch in Fertigpräparaten meist zusammen verwendet. Doch ich habe mich gegen Baldrian entschieden, da er in zu niedriger oder zu hohe Dosierung einen paradoxen Effekt hervorrufen kann. Das bedeutet, dass der gegenteilige Effekt, also ein Aufputschen oder vielleicht vermehrter Bewegungsdrang, erzeugt wird. Bei Baldrian würde ich mich also immer nur auf Fertigpräparate verlassen. Diese kann man nach Dosierungsanleitung einnehmen, was sicherer ist. Die Kombination Hopfen und Lavendel eignet sich bestens bei nervösen Erschöpfungszuständen, was bei mir ja der Fall ist.

Weitere Wirkungen

Hopfen wirkt außerdem krampflösend, magensaftsekretionsfördernd, antibakteriell und appetitanregend.

Weitere Indikationen

Reizblase, Bettnässen, nervöse Magen-Darm-Beschwerden, Wechseljahresbeschwerden und Appetitlosigkeit. Nebenwirkungen und Kontraindikationen sind nicht bekannt, das bedeutet aber nicht, dass einzelne Personen nicht in einer Weise auf ein Kraut reagieren können.

Inhaltsstoffe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Hopfens sind seine Bitterstoffe Humulon und Lupulon, die sich ich bei längerer Lagerung in den beruhigenden Wirkstoff Methylbutenol umwandeln. Daraus folgt, dass man Hopfen immer nur getrocknet verwendet. Frisch ist der beruhigende Stoff nicht enthalten. Weiterhin enthält Hopfen ätherisches Öl, Proanthocyanidine (Antioxidantien), Phenolsäuren und Flavonoide.

Rezept Tinktur 

  • 1 desinfiziertes helles Schraubglas
  • 100 ml 50%iger Wodka
  • Menge Getrocknete Hopfenzapfen (zerkleinert), die vom Alkohol noch bedeckt wird

Hopfen in dem Schraubglas mit dem Wodka übergießen, Deckel fest zuschrauben und an einen hellen, warmen, nicht sonnigen Ort stellen. Täglich, oder zumindest regelmäßig schütteln, damit sich die gelösten Stoffe gut vermischen. 

Ziehzeit: 10 – 14 Tage 

Danach wird abgeseiht und in dunkle Tropffläschchen umgefüllt. 

Ich werde sie mit derselben Menge Lavendeltinktur mischen und Abends etwa 30 Tropfen zu mir nehmen. 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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