InSelbstgemachtes

Wund- und Heilsalbe mit doppelter Power

Johanniskraut-Ringelblume mit Schafgarbe und ätherischem Lavandinöl

Endlich habe ich es geschafft meine erste Salbe anzurühren und bin total begeistert, wie gut alles geklappt hat. Ich habe mir am Ende mit dem Wachs ein bisschen Sorgen gemacht, dass es sich vielleicht nicht ganz auflöst, da das Öl nicht heiß genug ist, aber mit geduldigem Rühren hat auch das geklappt. Ich habe diese Salbe schon länger im Kopf, doch gut Ding will eben Weile haben. Eine schön kräftige Wundsalbe sollte es sein, die für Hautreizungen, Verletzungen, Schnitte (Achtung: Schnitte ausbluten lassen, nicht auswaschen und erst Salbe drauf, wenn die Wunde zu ist), leichtere Ekzeme, Verbrennungen ersten und zweiten Grades, juckende Stellen und Insektenstiche geeignet ist. Was würde da als Grundlage besser passen, als Rotöl und Ringelblumenöl (mehr Infos in den verlinkten Beiträgen)? 

❗Und hier kommt gleich ein schöner Kniff

Rotöl und Ringelblumenöl ergänzen sich in ihrer Wirkung. Das heißt, wenn man sie mischt, profitiert man vom synergistischen Effekt: Die Wirkung beider Öle verstärkt sich gegenseitig. Die Schafgarbe ist ein ganz tolles Wund- und Heilkraut, wird seit tausenden Jahren als solches verwendet, und durfte demnach in der Salbe natürlich nicht fehlen. 

Normalerweise kommen auf 100 g Öl 10 g Kraut / Wurzeln / Nadeln / etc.. Dies gilt allerdings in erster Linie, wenn das Öl an sich noch kein Kräuterauszug ist, also wenn erst bei der Salbenherstellung der Ölauszug gemacht wird. Da ich bereits zwei potente Wund- und Heilöle als Grundlage hatte, habe ich also nicht so viel Schafgarbe beigegeben, sondern nur circa 3-5 g. Zudem habe ich nicht so übermäßig viel und möchte sie gern für Tee bis zum nächsten Frühjahr verwenden. Dazu kommt gutes Lavandinöl in bio-Qualität. Warum Lavandinöl? Mein Herz wollte eigentlich ätherisches Lavendelöl kaufen, ganz eigentlich aber ätherische Salbeiöl, und am Ende wurde es dann Lavandinöl. 🤷🏽‍♀️ End of story. 😆 Gut für mich, denn Lavandinöl kann gut in Salben, Cremes, Sprays, für Kompressen oder auch als Massage-Öl verwendet werden. Gerade für die Wundbehandlung und zur Hautpflege ist es geeignet. Lavandin (Lavandula intermedia) ist eine Hybridpflanze aus dem echten Lavendel (Lavandula angustifolia) und dem Spiklavendel (Lavandula latifolia). Sie ist ursprünglich natürlich entstanden und wurde über Züchtungen weiterentwickelt. Grundsätzlich ist sie nicht so potent wie der echte Lavendel, vor allem das ätherische Öl hat weniger Power. 

Mein Bienenwachs hat sehr gute Qualität, denn ich habe es von meinem Schwiegervater, der Imker ist. Im Sommer habe ich eine 2 kg-Platte bekommen. Damit kann man arbeiten! Er hat mir extra das Wachs gegeben, dass die Bienen selbst gemacht haben. 

Zutaten für etwa 150 ml Salbe 

  • Salbentiegel zu 50 oder 30 ml
  • 75 ml Rotöl 
  • 75 ml Ringelblumenöl (gesamt knapp 150 g Öl)
  • Knapp 5 g Schafgarbenkraut (trocken oder frisch)
  • 15 g Bienenwachs (10 g auf 100 g Öl)
  • 5 Tropfen ätherisches Lavandinöl (bio) oder Lavendelöl auf einen 30 ml Salbentiegel
  • Alle Arbeitsgeräte zuvor mit heißem Wasser desinfizieren

Rezept

Zunächst die beiden Öle in einem Glas mischen. Dann die Schafgarbe dazugeben. Das Glas mit dem Öl kommt jetzt in einen Topf mit Wasser, der erwärmt wird. Die Temperatur darf 70°C nicht übersteigen, daher immer mit dem Thermometer die Temperatur messen. 

Ich habe das Öl bei 60 bis 68°C gehalten und das Gläschen auch zeitweise aus dem Wasser genommen, wenn es zu heiß wurde. Es muss fast ständig umgerührt werden, während das Öl eine Stunde lang erwärmt wird. Es darf nicht länger als 70 Minuten ausziehen. Je weicher und feiner die Pflanzenteile, desto kürzer die Auszugszeit. Nach einer Stunde wird dann in ein sauberes Glas abgeseiht. 

Dieses wird nun wieder in das warme Wasserbad gegeben und das gebröselte Bienenwachs dazugegeben. Jetzt heißt es noch einmal rühren.

Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, doch ich denke, dass es so 15 bis 20 Minuten gedauert hat, bis das Wachs komplett geschmolzen war. Jetzt habe ich das Öl in die Tiegel gefüllt und das ätherische Lavandinöl dazu gegeben. Ich wollte es erst beigeben, wenn die Mischung etwas abgekühlt ist, da ätherische Öle sehr hitzeempfindlich sind. Dann musste es aber schnell gehen, da die Salbe bereits fest wurde. Ich habe das Lavandinöl mit dem Löffelstiel untergerührt. Jetzt dürfen die Salben noch ein Weilchen ruhen, bis sie abgekühlt sind. Dazu wird ein Baumwolltuch über die Tiegel gelegt. Im Kühlschrank sind die Salben mindestens ein Jahr haltbar. 

Eine erste Anwendung zeigt bereits Wirkung

Ich habe seit sechs Wochen einen histaminbedingten Ausschlag im Gesicht und vor allem die Haut um die Augen ist trocken und gereizt. Liegt am Burnout. Dazu kam nun noch eine Bindehautentzündung (hatte ich noch nie). Jedenfalls trage ich auf die trockenen Stellen nun die Salbe auf und sie hilft. 

Einziger kleiner Nachteil, wie ich finde: Ich habe mich bei der Herstellung des Rot- und Ringelblumenöls für Sesamöl entschieden, da es die Haut schön pflegt, unter anderem Antioxidantien, Linolsäure und Vitamine enthält, tief in die Haut eindringt und sie mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgt. Auch im Ayurveda hat Sesamöl einen hohen Stellenwert. Ich finde es allerdings recht fettig, was die Einzugszeit verlängert. 

Viel Spaß beim ausprobieren!

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