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Kapuzinerkresse-Tinktur als natürlicher Immunbooster

Der Herbst klopft an unsere Tür (heul, was für ein extrem kurzer Sommer) und da wird es Zeit, sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Das Leben der Sommerkräuter neigt sich so langsam dem Ende entgegen und nun treten einige Pflanzen auf den Plan, die wir genau jetzt sehr gut brauchen können. Die Kapuzinerkresse zum Beispiel. Meine blüht leider dieses Jahr sehr spärlich, doch die Menge hat für die Tinktur ausgereicht.

Was die Pharmaindustrie nie erwähnt und worüber weder unsere entsprechenden Minister noch die Medien sprechen (gerade dieses Jahr …) ist das Thema „natürliche Stärkung des Immunsystems“. Damit lässt sich eben kein Geld verdienen. Dabei haben wir, neben einer adäquaten Ernährung und Lebensweise sowie diverser hilfreicher Nahrungsergänzungsmittel, auch die Möglichkeit unser Immunsystem mit pflanzlichen Helfern in Schwung zu bringen. Neben der Kapuzinerkresse sind das z.B. auch der rote und helle Sonnenhut. Sonnenhut (Echinacea purpurea) gilt als der stärkste pflanzliche Immun-Booster überhaupt. Frag am besten in der Apotheke nach einem Präparat. Einnahme: 2 Wochen, dann zwei Wochen Pause und bei Bedarf wiederhohlen. Auch mit Brunnenkresse, Meerrettich und Ingwer lässt sich das Immunsystem in Schwung bringen. Brunnenkresse hat den Nachteil, dass man sie nur frisch und am besten im Frühjahr verwenden kann, um die Wirkstoffe voll auszukosten. Aber auch hier kann eine gute Apotheke helfen.

Die Heilpflanze Kapuzinerkresse

Sie stammt ursprünglich aus Peru und hat mit der Entdeckung Amerikas den Weg zu uns gefunden. So wie viele andere Heilpflanzen auch. Der Hauptwirkstoff in der Kapuzinerkresse sind Senfölglykoside (Benzylsenföl). Ihnen verdankt diese wunderbare Pflanze ihre antibiotischen und immunmodulierenden Eigenschaften. Richtig gelesen: Die Kapuzinerkresse ist das stärkste natürliche Antibiotikum, das wir kennen. Dann kommen gleich Meerrettich und Brunnenkresse. Letztere ist ausschließlich frisch zu verwenden, was die Sache etwas knifflig macht. Verwendet wird das blühende Kraut, also Blätter, Stängelchen und Blüten. 

Weiterhin wirkt sie keimhemmend, virostatisch, pilzhemmend und durchblutungsfördernd. Sie ist also ein wahres Multitalent, wenn es darum geht, sich gegen Viren aller Art, Bronchitiden (Bronchitis) und andere bakterielle Erreger zu schützen, für die wir in der kalten Jahreszeit besonders anfällig sind. Ich hatte allerdings schon seit Jahren keine Erkältung mehr, geschweige denn eine Grippe. Also mal sehen, ob ich die Tinktur überhaupt benötige, doch ich werde sie uns beiden trotzdem vorbeugend verordnen. Dieses Jahr bin ich angeschlagen und da die Kapuzinerkresse auch immunmodulierend wirkt, also das Immunsystem stimuliert, tut man sich mit ihr auf jeden Fall immer etwas Gutes. 

Neben Erkältungskrankheiten eignet sie sich ebenfalls bei bakteriell bedingten oder entzündlichen Infekten der ableitenden Harnwege. Als Tee wird sie nicht getrunken, hier funktioniert nur die Tinktur oder ein Fertigarzneimittel. Frisch im Salat oder Quark sind die Blüten und Blätter lecker, eigenen sich aber nicht zur direkten Behandlung von Erkrankungen. Auch sollte man nicht zu viel roh essen, da die Senföle die Schleimhäute (Magen) reizen können. Menschen, die hier sehr empfindlich sind, sollten also vorsichtig mit einer Behandlung beginnen. Wer mit Magen-Darm-Geschwüren zu tun hat oder unter einer Nierenerkrankung leidet, soll die Kapuzinerkresse nicht verwenden. 

Grundsätzlich gilt, sie kurmäßig nicht länger als 4 Wochen anzuwenden. Auch sollte sie nicht mit zusätzlichem Alkohol konsumiert werden, da er die Wirkung des Benzylsenföls verstärkt. 25 – 30 Tropfen Tinktur sind in Ordnung und so wirkt der Alkohol hier auch als natürlicher Wirkverstärker. 

Rezept für Kapuzinerkresse-Tinktur 

Es ist denkbar einfach. Du brauchst eine Menge Kapuzinerkresse-Kraut und einen Alkohol mit 38 bis 45%. Ich habe den guten alten 40prozentigen Wodka genommen. 

!Kniff!

Das Kraut schön klein schneiden und in ein helles, desinfiziertes Schraubglas geben. So viel Alkohol darüber gießen, dass das Kraut locker bedeckt ist. Ich habe habe das Kraut dann noch mit dem Mörser gequetscht, um den Wirkstoffaustritt positiv zu beeinflussen. 

Schön fest zuschrauben, schütteln und hell, nicht sonnig stellen. 3 bis 6 Wochen ziehen lassen, täglich schütteln. Am Ende durch ein sauberes Baumwolltuch abseihen und in dunkle Tropffläschchen abfüllen. Haltbarkeit: 2 Jahre.  

Anwendung: 3 x täglich 25 Tropfen. 

Fertig! Viel Spaß beim Ausprobieren. 

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