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Immunstärkendes Oxymel: Holunder- und Lindenblüten

Ein guter Honig ist gesundheitsförderlich. Ein guter Essig ist gesundheitsförderlich. Zusammen und in Kombination mit der Kraft der Kräuter soll daraus ein eine ebenso gesundheitsförderliche Mixtur mit jahrhunderte, wenn nicht tausende, Jahre alter Tradition werden: Das Oxymel. 

Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal Oxymel hergestellt und bin schon sehr gespannt auf die Wirkung. Dieses hier habe ich mit getrockneten Holunder- und Lindenblüten angesetzt und möchte es in der Erkältungssaison sowohl als immunstärkendes als auch unterstützendes Mittel bei eventuell auftretenden Infekten verwenden. 

Sauer + Süß = Oxymel

Der Begriff Oxymel stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus zwei Bedeutungen zusammen: oxy = sauer + mel von méli = Honig. In der Antike wurde Oxymel vielfach verwendet und schon Hippokrates war von seiner Wirksamkeit überzeugt:  „Das Getränk genannt Oxymel finden wir sehr nützlich, denn es fördert das Abhusten, befreit die Atemwege (…) treibt Blähungen aus dem Darm (…) wirkt harntreibend“. Wie viele andere alte Naturheilmittel ist das Oxymel in den letzten Jahrhunderten in Vergessenheit geraten, erlebt aber gerade – zumindest unter Kräuterkundigen – ein Revival. 

„Das Getränk genannt Oxymel finden wir sehr nützlich, denn es fördert das Abhusten, befreit die Atemwege (…) treibt Blähungen aus dem Darm (…) wirkt harntreibend“.

Hippokrates

Über die gesundheitsförderlichen Eigenschaften eines guten Essigs erfährst Du mehr in meinem Beitrag zum selbst gemachten Kräuteressig. Hier noch einmal in Kürze das Wichtigste zum Apfelessig: Er besonders geeignet, die Magen-Darm-Gesundheit zu unterstützen. Er enthält Vitamine wie B1, B6 oder Vitamin C, Mineralien wie Kalzium und Magnesium, dazu Flavonoide, Enzyme und weitere, für den menschlichen Körper wichtige, Inhaltsstoffe. 

Honig besteht zum größten Teil aus Zucker; davon wiederum größtenteils aus Fructose und Glucose. Hierbei ist vor allem zu beachten, dass er für Menschen mit einer gestörten Darmflora oder Fructoseintoleranz schon in kleinen Mengen unverträglich sein kann. Ich darf auch nicht zu viel Honig oder normale Zucker zu mir nehmen, da ich Fructose immer noch nicht ganz vertrage. Eine Alternative für das herkömmliche Süßen bei Fructoseintoleranz bietet übrigens Ahornsirup. Aber das Naturprodukt besteht natürlich nicht nur aus Zucker. Es enthält außerdem etwas Wasser, über 180 Begleitstoffe und die guten Flavonoide. Vitamine spielen beim Honig eine untergeordnete Rolle, viel wichtiger sind die enthaltenen Enzyme, Mineralstoffe und Spurenelemente (z.B. Kalzium, Kalium, Magnesium) und Aminosäuren. 100 Gramm Honig enthalten um die 300 Kalorien, er ist also auch eine Kalorienbombe und kann bei zu viel Verzehr auch Karies verursachen. Doch im Verbund mit Apfelessig und nur Esslöffelweise eingenommen, ist das zu vernachlässigen. 

Rezept für immunstimulierendes Oxymel

Ich nehme für meine Essigprodukte immer bio Apfel- und / oder Weißweinessig. Besser noch ein Essig, der nicht pasteurisiert, also nicht erhitzt wurde. Er hat noch am meisten wertvolle Inhaltsstoffe, so, wie übrigens alle Säfte und Zubereitungen, die nicht erhitzt wurden. Im Biomarkt gibt es solchen Apfelessig. Für Oxymel wird klassischerweise Apfelessig verwendet, doch diesen hier habe ich etwas anders zubereitet. Mein Schwiegervater ist praktischerweise Imker und so bekommen wir ein paar Mal pro Jahr nur den besten, selbstgemachten, biologischen Honig aus dem Raum Dresden. Besser geht es nicht. 🙂 

Das Grundrezept für das Essig-Honig-Gemisch variiert stark. Im Grunde ist alles von 3 Teile Honig und 1 Teil Essig, oder 3 Teile Honig und 1,5 Teile Essig bis halb/halb zu finden. Letztlich ist das sicher auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und das Gute ist ja, dass solche Mischungen sehr dankbar sind. Das heißt, dass man nicht gleich alles falsch macht, wenn die Rezeptur abweicht. Gerade was Zubereitungen mit Heilkräutern angeht, sehe ich immer wieder verschiedene Herangehensweisen. Bei so manchem, das zu arg von der bewährten Praxis abweicht, gehe auch ich nicht mehr mit. Doch viele Wege führen hier zum Ziel. 

Ich habe dieses Oxymel folgendermaßen zusammengestellt

  • 300 g guter Imkerhonig
  • 100 g selbstgemachter Holunderblüttenessig, den ich dieses Jahr im Verhältnis Apfelessig/ Weißweinessig  50/50 hergestellt habe – es ist also Weißweinessig im Oxymel enthalten
  • Linden- und Holunderblüten getrocknet, da bereits gesammelt

In einem desinfizierten, hellen Glas mit Schraubverschluss habe ich zuerst den Honig mit dem Essig gemischt. Da der Honig sehr fest ist, musste ich alles im Wasserbad anwärmen (Honig nicht über 40 Grad erhitzen, das zerstört die Enzyme) und rühren bis die beiden Komponenten gut vermischt waren.

Anschließend habe ich die Kräuter dazugegeben (sie füllen 50% der Flüssigkeit) und wieder alles gut verrührt. Das Glas gut verschließen, an einen dunklen Ort stellen und täglich schütteln, damit alle Pflanzenteile immer gut bedeckt sind. Der Oxymel sollte drei Wochen reifen. Danach wird abgeseiht. Bei adäquater Lagerung (optimal ist immer eine kühle Speisekammer) hält die Mischung ein Jahr. Aber das muss sie ja meist nicht. 🙂

Gutes Gelingen. 

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