InSchamanismus

Zellerinnerungen, (Generationen)Traumata und die Ebenen der Heilung

Cura cura cuerpecito,

limpia limpia espirititu

Das Thema Heilung begleitet mich schon mein halbes Leben lang. Krankheit seit Kindertagen. Ein so langer Zeitraum bietet einem ausreichend Gelegenheit, sich ausführlich und auf allen Ebenen mit Heilung und ihren vielen Bedeutungs- und Wirkebenen zu befassen. Mit Heilung bringen viele Menschen zunächst nur die körperliche Ebene in Verbindung. Dann oftmals lediglich die Symptombehandlung. Ein Ergebnis der Prägung durch moderne Schulmedizin und Pharmazie. Doch echte Heilung ist viel mehr als das. Sie ist die Summer ihrer Teile, die bis in die feinstoffliche Ebene, ja sogar bis in vergangene Inkarnationen unserer Essenz, unserer Seele, reicht. Um wirkliche und nachhaltige Heilung zu erfahren, müssen wir also tief blicken. In jeden Abgrund, in jedes dunkle Eck, in all den Schmerz, den wir in diesem und anderen Leben erfahren haben. 

(Generationen)Trauma, Zellerinnerungen, Unterbewusstsein 

In unseren Leben erfahren wir alle unzählige kleine und große Verletzungen und Traumata. Wie nachhaltig diese Erfahrungen in unserem (Energie)Körper gespeichert werden, hängt auch von unserer persönlichen Konstitution ab. Je feinfühliger und durchlässiger wir sind, desto eher setzen sich negative Erfahrungen in unserem Feld fest. Doch egal, als wie „abgehärtet” oder „resistent” ein Mensch sich selbst sieht – es findet eine Speicherung statt, die unser Sein für einen Zeitraum oder gar das ganze Leben lang beeinflusst. Diese Selbsteinschätzung ist auch ein Schutzmechanismus und vergräbt das eigentliche Problem leider noch tiefer. Ich erlebe es oft, dass Menschen sagen, es wäre alles in Ordnung, obwohl auch bereits körperliche Symptome vorliegen, teilweise seit Jahren und Jahrzehnten. Nicht selten äußern sich verdrängte Traumata und Emotionen in Krankheit. Einmal auf der körperlichen Ebene angelangt, vielleicht sogar chronifiziert, wird der Heilungsprozess langwieriger. 

Ich kenne keinen Menschen, der nicht auf irgendeiner Ebene heilen muss. Die einen mehr, die anderen weniger. Wie könnte es auch anders sein? In schamanischen Kulturen ist es ganz normal, von Beginn an sein Energiefeld in Ordnung zu halten, sich mit seinen Ahnen auseinanderzusetzen und sich in purer Energie weiterzuentwickeln. Wird ein Mitglied der Gemeinschaft als neue(r) Schamane/Schamanin auserkoren muss er oder sie lange Jahre der Ausbildung absolvieren. Dazu gehört auch die intensive und tiefe Arbeit an sich selbst, oft in Einsamkeit. Denn nur, wenn ein Schamane sich selbst auf allen Ebenen voll und ganz erfahren hat und sozusagen „rein” und unbelastet ist und voll in der kraftvollen Mitte steht, hat er/sie die Kraft, andere zu heilen. Diese Rituale sind in jeder Kultur unterschiedlich, doch immer hart und mit absoluter Willenskraft und Durchhaltevermögen verbunden. 

Wir alle müssen heilen. Die einen mehr, die anderen weniger.

In der Psychologie ist der bekannte Speicherort für unsere Erfahrungen und Erlebnisse das Unterbewusstsein. Der ein- oder andere ist vielleicht überrascht zu lesen, dass 90 Prozent unserer Gedanken, Handlungen und Emotionen vom Unterbewusstsein gesteuert werden. Erscheint es da nicht umso wichtiger, den Keller ganz bewusst auszuforsten und aufzuräumen, egal wie dunkel und staubig er ist? 

Im Schamanismus kennt man dieses Prinzip seit Jahrtausenden: 90 Prozent der Steuerung erfolgen unterbewusst. 10 Prozent logisch. Ziel ist es, der Logik – oder dem Bewusstsein – das Ruder in die Hand zu geben. Ansonsten werden wir unser ganzes Leben lang von unbewussten Prozessen ferngesteuert, die das Ergebnis von Zellerinnerungen, Generationentraumata, neuen Traumata und Schmerzen sind. Infolge dessen würden wir unser ganzes Leben lang nicht wirklich wir selbst sein, uns im Kreis drehen, immer wieder alten Schmerz und damit verbundene Programmierungen und Muster wiederholen und all diese Informationen in unser nächstes Leben mitnehmen. So lange, bis wir hinsehen und den Kreislauf ganz bewusst durchbrechen. Im Hinduismus ist das die Entsprechung vom karmischen Kreislauf. In allen spirituellen Lehren und Religionen die finale Erleuchtung. Sie bedeutet nichts anderes, als sich selbst voll und ganz geheilt und gereinigt zu haben und die pure Essenz des ureigenen Selbst zu verkörpern.

Das Thema Zellerinnerungen ist auf wissenschaftlicher Ebene übrigens gut erforscht. Ein Pionier und Vordenker auf diesem Gebiet ist Bruce H. Lipton, Entwicklungsbiologe und Stammzellenforscher. Vereinfacht erklärt bedeutet Zellerinnerungen, dass unsere DNA dazu imstande ist, Erlebtes in ihre Information aufzunehmen und einzuflechten. So werden nicht nur Erbkrankheiten über Generationen weitergegeben, sondern auch prägende Erlebnisse wie Kriegstraumata, Vergewaltigung, Vernachlässigung, ein liebloses Umfeld, etc. Ein bildhaftes Beispiel, das ich immer wieder faszinierend finde, ist dieses: Die Eizelle einer Frau mit all ihren Erbinformationen, wurde bereits im Leib ihrer Großmutter angelegt, als diese mit ihrer Mutter Schwanger war. Und so fort, die Ahnenreihe zurück. 

Wir können unsere DNA beeinflussen und verändern.

Doch die gute Nachricht ist, dass wir keine Opfer dieser Speicherungen sein müssen. Auch nicht, was Erberkrankungen betrifft. Durch eine für uns adäquate Lebensweise hinsichtlich Ernährung und Umfeld, die bewusste Beobachtung unserer Gedanken und Gefühle und tiefe Arbeit an uns selbst, können wir aus dem Teufelskreis der Generationen- und der eigens erlebten Traumata und damit der unterbewussten Steuerung ausbrechen. 

Unterbewusstsein und Wiedergeburt nach Inka-Lehre 

Die Inka hatten eine hoch entwickelte und sehr wissenschaftlich aufgebaute schamanische Kultur, die nur gerettet werden konnte, weil sich einige weise Älteste hoch oben in den Anden vor den spanischen Inquisitoren versteckt und ihre Lehren bewahrt und weitergegeben haben. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts haben sie sich dem Rest der Welt offenbart. Ihre direkten Nachfahren, die Queros, tragen heute diese Lehren in die Welt, weil sie unbedingt Heilung braucht. Das ist als absolut selbstloser und mitfühlender Akt zu betrachten, denn unter anderen Umständen würden uns diese eigentlich geheimen und heiligen Lehren evtl. verwehrt bleiben. 

Nach Inka-Lehre entsteht unser Unterbewusstsein im Bauch der Mutter und ist damit vollständig durch sie geprägt. Das wiederum prägt unseren Glauben und unsere Ideen. 70 Prozent unseres Nervensystems und damit auch unseres Stammhirns, stammen von unserer Mutter. Der Rest vom Vater. Um all diese fremden Programmierungen loszulassen, müssen wir sie in unser Bewusstsein bringen. Damit einher geht, ein neues Konzept von „Mama” und „Papa” in unserem Leben zu etablieren. Für die Inka gibt es als wahre Eltern nur Mutter Erde und Vater Sonne. Unsere Eltern hier sind rein biologische Eltern. Um die Programmierungen, die wir von ihnen, vor allem von der Mutter, erhalten haben zu lösen, ist der erste Schritt zum reinen Selbst das bewusste Durchlaufen der eigenen Geburt. Eine Wiedergeburt in diesem Leben also. Das findet in einem Ritual statt, das von einem Schamanen begleitet wird. Wir durchleben in Trance noch einmal ganz bewusst unsere pränatalen neun Monate, was mit dem Suchen neuer Eltern beginnt. Mit allen darin erfahrenen Emotionen, nehmen alles ganz bewusst wahr und verabschieden sie in Dankbarkeit, denn sie gehören nicht zu uns. Jeder Monat, jeder Abschnitt wird ganz bewusst durchlebt. Danach programmieren wir uns selbst mit all den positiven Informationen, die wir zum Start in unser neues Leben in uns tragen möchten. Am Ende verlassen wir den Uterus, durchtrennen die Nabelschnur und sind neu geboren. Ab diesem Zeitpunkt sind wir frei und schreiben unsere eigene Geschichte. 

Übertragung von Kraft durch den Schamanen. Nicolas Pauccar Calcina, Quero.

Zwei Heiltechniken für immer und überall

Oberstes Gebot für den Weg der Heilung ist die Selbstbeobachtung. Beobachte und lerne, observe and learn. Erst, wenn man sich selbst, seine Programmierungen, seine dunklen Seiten und Schatten genauso gut kennt, wie die lichten Teile, kann man mit ihnen arbeiten und sich von ihnen befreien. Im Schamanismus geht es um das Finden der Mitte. Heilung bedeutet, ein zu Viel loszuwerden oder ein zu Wenig aufzufüllen. Das zu Viel können z.B. die übertragenen Informationen sein, von denen ich gerade gesprochen habe. Oder eine energetische Besetzung. Zu wenig kann bedeuten, dass wir einen oder mehr Seelenteile verloren haben und dort nun eine Lücke ist. Oder, dass wir Kraft verloren haben. Diese Zustände führen zu einem Ungleichgewicht, das uns krank macht. Sowohl körperlich, als auch psychisch als auch energetisch. 

Ich kenne keinen größeren Mut als jenen, den man braucht, um in sich selbst zu schauen.

Osho

Schamanische Trance-Reise

Trance ist eine jahrtausende alte Technik, um außerhalb der Verstandesebene Zugang zu unserem höheren Selbst, unserer reinen Energie und dem unendlichen Feld zu erhalten. Schamanen nutzen sie, Yogis, Mönche und wir können das auch. Um in Trance zu kommen hilft beispielsweise binaurale Musik oder besser eine Trommel. Binaurale Musik auf Youtube kann mitunter auch manipulativ wirken. In Trance schwingen unsere Gehirnwellen im Theta-Bereich von 4 – 7 Hz; transzendente Erfahrungen geschehen im Gamma-Bereich von 38 – 100 Hz. 

Unser Körper reagiert normalerweise positiv auf Trommelklänge, da sie ihn zum einen an den Ton und Rhythmus des Herzschlags erinnern, den wir im Bauch der Mutter gehört haben. Zum anderen an den natürlichen Rhythmus unseres Planeten Erde. Der Trommeltakt variiert dabei je nach Anlass, doch der gängigste wird auch „Pulsschlag von Mutter Erde” genannt. In der Wissenschaft besser bekannt als Schumann-Frequenz, entdeckt von Winfried Otto Schumann und Herbert L. König. Hierbei handelt es sich um elektromagnetische Wellen bestimmter Frequenzen auf unserer Erdoberfläche. Als Basis wird die Frequenz von 7,83 Hz angenommen. Ich kenne nur einen Menschen, der auf die Trommelschläge mit Herzrhythmusstörungen und Unwohlsein reagiert und gehe davon aus, dass es sich hier um eine Energieblockade und ein festsitzendes Trauma handelt. 

Über die trommelinduzierte Trance gelangen wir in die Außerzeitlichkeit, bei den Kelten auch Anderswelt genannt. Es ist eine Bewusstseinsebene außerhalb des Verstandes, des Körpers und der schweren Materie, die alle, jemals gespeicherten Informationen und auch solche, die noch gespeichert werden, für uns bereit hält. Eine unendlich große Bibliothek also, auf die wir jederzeit zugreifen können. Hier treffen wir unsere energetischen Verbündeten, unsere Ahnen, unser pures Selbst und das pure Selbst unserer Mitmenschen. Schamanen behandeln auf dieser Ebene ihre Patienten. Es ist reines Sehen, fernab von all den Filtern, denen wir hier ausgesetzt sind. Auf dieser Ebene können wir uns auch selbst heilen, denn unser Blick ist ungetrübt und klar. Wenn der Verstand und Angst sich einschalten, merkt man das sofort. 

Trance-Tanz ist auch eine Möglichkeit ins Feld einzutauchen.

Meditation

Meditation ist letztlich eine andere Form der schamanischen Reise in Stille. Auch hier befinden wir uns Trance, schalten unseren Verstand im Idealfall ab und reisen durch die Außerzeitlichkeit. Eine gute Methode, um in den meditativen Zustand zu gelangen ist es, auf den Atem zu achten und dabei gleichmäßig ein- und aus zu atmen. Intensiver wird es, wenn du einmal richtig kräftig einatmest, dabei die Beckenmuskulatur anspannst, die Luft anhältst, so lange es geht, und beim Ausatmen die Beckenbodenmuskulatur langsam entspannst. Wiederhole das eingangs ein paar Mal, bis du entspannt bist. Konzentriere dich auf deinen Körper, erspüre jedes einzelne Körperteil, bis du deine Aura sehen und fühlen kannst. Hier kannst du jetzt jede gespeicherte Information ansehen und bearbeiten, bis sie sich auflöst. Sage dir im Geiste, wie der gewünschte Ist-Zustand sein soll, z.B. „ich bin frei von Trauer um …“ oder „ich bin glücklich mit …“, etc. Wo im Körper spürst du einen Druck oder Unwohlsein? Hier setzt du an. Ich arbeite mit dieser Technik, die ich zunächst in Begleitung meines Lehrers gelernt habe, seit knapp einem Jahr. Es ist erstaunlich, was hier alles zutage tritt. Der Sinn dahinter ist, dass du siehst und spürst, wo in deinem Körper all die Traumata und Verletzungen in Form von Informationen gespeichert sind. Sie erscheinen als schwarze Flecken, Dolche, stumpfe Gegenstände, Wirbel – ich habe schon so einiges gesehen und gespürt. Der Prozess ist schmerzhaft, oft dunkel, belastend und setzt sehr viel frei. Und er dauert. Doch er ist es mehr als wert. 

Heilige Meisterpflanzen

Eine weitere potente Möglichkeit das Bewusstsein zu erforschen ist die Nutzung psychoaktiver Meisterpflanzen und Zubereitungen. Altbewährt und bei indigenen Stämmen fester kultureller Bestandteil sind unter anderem Ayahuasca, Zauberpilze, Peyote und San Pedro (Kakteen) mit den wirksamen Substanzen DMT, Psylocibin und Mescalin. Zu empfehlen ist auf jeden Fall ein zeremonieller Rahmen, da er Sicherheit und Struktur bietet. Dieser Weg nicht für jeden geeignet und vor allem Angst zeigt hier ihr wahres Gesicht als sehr schlechter Ratgeber.

Wahre Heilung ist schmerzhaft und dauert lang

Ja, das ist die unangenehme Wahrheit. Heilung tut weh, bricht Wunden auf von denen man dachte, sie wären längst ausgeheilt, fördert eine Menge unangenehmer, belastender Emotionen zutage und kann einem Streckenweise den Alltag sehr erschweren. Sie lässt alte und neue Konflikte mit deinen Mitmenschen aufflammen, wird dir zeigen, wen und was du um dich oder nicht mehr um dich haben möchtest und bringt Verluste mit sich. Gerade mit den näherstehenden Menschen, die sich Heilung verweigern, wirst du mehr Konflikte haben. Ab einem gewissen Punkt agiert man auf einer anderen Ebene, die Menschen, die sich mit selbiger nicht auseinandersetzen, nicht zugänglich ist. Das führt zu einer Verschiebung und Missverständnissen. Zum Prozess gehört dann wiederum, aus diesem Schmerz und diesen Erlebnissen zu lernen, indem man sich selbst beobachtet, Schlüsse zieht und loslässt. Du bist für dich selbst verantwortlich, die anderen sind für sich verantwortlich. Alles andere ist Anhaftung. Auch ein sehr wichtiges Learning, das ich zwar verstanden, doch noch nicht vollends integriert habe. So viel zur Differenz von Verstandes- und Energieebene. 

Tiefe Heilung geschieht außerhalb des Verstandes.

Ich arbeite seit Jahren auf den diversenen  Bewusstseinsebenen (siehe Artikel Schamanismus) und habe hier mehr Durchbrüche erfahren, als mit konventioneller Therapie. Warum? Weil Therapie sich auf der Verstandesebene bewegt. Sie geht natürlich auch ins Unterbewusstsein über und holt Themen und Erlebnisse an die Oberfläche, wo sie gemeinsam mit dem Therapeuten bearbeitet werden. Doch die Arbeit erfolgt auch weiterhin auf Verstandesebene, was sozusagen Ebene Nummer eins ist. Als Basis für jede weitere Arbeit finde ich sie also total wichtig und sinnvoll. Folgen müssen die körperliche (auch über Körpertherapie zu erreichen) und die seelisch-energetische Ebene. Letztere ist die entscheidende, denn hier erfolgt die Auflösung. 

Sei wie dieser Baum. Erschaffe neues Leben aus dem scheinbaren Nichts.

Egal, wie beschwerlich der Weg ist, wie viele Hindernisse du nehmen musst: Das ist es wert, das ist Entwicklung, das ist spirituelles Wachstum. Was könnte schöner sein, als ein Leben, das du in Verkörperung deiner Urenergie, deines reinen selbst, deiner Bestimmung und frei von Fremdprogrammierung lebst? Wenn du deine Wahrheit lebst, genau weißt, wer und was gut für dich ist, wann du manipuliert wirst, wann Grenzen übertreten werden und du andererseits lernst, all diese Dingen anzunehmen und nicht mehr anzuhaften? 

Ich kann mir nichts schöneres vorstellen, auch wenn ich das Universum und meinen Weg auch oft genug verfluche. Das liegt in der Natur der Sache und auch das lerne ich noch anzunehmen. Gleichzeitig weiß ich, dass alle meine Erfahrungen wichtig waren und wichtig sind, mich zu dem Mensch gemacht haben, der ich bin und mir eine Stärke und Resilienz verliehen haben, auf die ich stolz bin und die ich gern weitergeben möchte. 

Hier der Link zu einer Playlist mit Musica Medicina.

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