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Pflanzliches Mittel bei Eisenmangel: Brennnessel

Bei uns Frauen ist das Risiko eines Eisenmangels größer als bei Männern, da wir durch unsere Monatsblutung zusätzlich Eisen verlieren. Ein Gleichgewicht in der Ernährung zu finden ist nicht einfach, da in unseren konventionell erzeugten Lebensmitteln einfach nicht mehr ausreichend Nährstoffe enthalten sind. Wenn man dann auch noch, wie ich ja auch, wenig bis gar keine tierischen Produkte isst, kann es noch schneller zum Eisenmangel kommen. Wobei ich kürzlich gelesen habe, dass das Eisen im Rindfleisch wohl nicht gut vom Körper resorbiert werden kann. Ein weiterer Irrtum, wie bei Milch und Kalzium?

Zum Arzt oder beobachten?

Überall wird stets geraten, einen Eisenmangel beim Arzt per Blutuntersuchung abklären zu lassen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, doch ich gehe bei einem Verdacht auf Eisenmangel nicht zum Arzt. Ich muss so ungefähr vier Wochen auf einen Termin zur Blutabnahme warten und das hilft mir dann auch nicht mehr. Geht man allerdings zu früh, zeichnet sich der beginnende Eisenmangel erst ab, und dann heißt es, dass es keinen Handlungsbedarf gibt. Alles schon erlebt. Ich lasse mir meine Blutergebnisse übrigens immer aushändigen. Zu viele Fehldiagnosen und unbeachtete Nebenschauplätze in der Vergangenheit. Zudem beobachte ich meinen Körper und mir fallen Symptome auf. Dann muss ich sie zwar noch richtig deuten, was nicht immer einfach ist, da die Symptome von Mangelerscheinungen sich auch ähneln. Doch dann probiere ich und wenn keine Besserung eintritt, sehe ich weiter. Anhaltende Müdigkeit und schlechtes Aus-dem-Bett-Kommen können erste Anzeichen von Eisenmangel sein. Es gilt auch zu unterscheiden, ob nur im Blut nicht mehr genug Eisen vorhanden ist, oder auch schon der Eisenspeicher vom Körper angezapft wird. Das kann nur ein Arzt.

Vor hunderten und tausenden Jahren hatten die Menschen auch nicht die Möglichkeit, ihr Blut auf Eisen untersuchen zu lassen, und waren trotzdem erfolgreich in der Behandlung mit pflanzlichen Mitteln. Das Schöne ist ja, dass man heute die Wahl hat und bei einem leichten Ungleichgewicht nicht sofort zu apothekenpflichtigen Produkten in hoher Dosierung greifen muss. Wenn die Symptome sich allerdings häufen und akut sind, sollte man sie zuführen und unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn sie sich nicht innerhalb einer Woche bessern. Man merkt ja schnell, ob die Einnahme gut tut, Nebenwirkungen oder gar keine Wirkung mit sich bringt. Leider ist unser Alltag heutzutage auch wesentlich fordernder, als vor Gezeiten, daher habe ich mich zusätzlich für die ersten Tage für die synthetische Zufuhr entschieden. Ich lag bereits flach und wollte schneller wieder auf die Beine kommen. Vorbeugen ist eben immer besser als Heilen.

Power-Pflanze Brennnessel

Wie praktisch, dass einer der besten Eisenlieferanten gleich vor unsere Haustür steht: Die Brennnessel. 

Sie ist seit jeher ein bewährtes Mittel, um Eisenmangel entgegenzuwirken, denn sie enthält hohe Mengen an bioverfügbarem Eisen. In Kombination mit dem ebenfalls enthaltenen Vitamin C wird das Eisen noch besser vom Körper aufgenommen. Als echte Wunderpflanze besitzt die Brennnessel noch viele weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften: Sie wirkt diuretisch (harntreibend), stoffwechselanregend, blutreinigend, entzündungshemmend, usw. und findet Anwendung bei Schwächezuständen, Harnwegserkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen. 

Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie man sich das Eisen der Brennnessel zunutze machen kann. 

Frische Pflanzen in Form von Frischpflanzensaft oder Shakes

Um Frischpflanzensaft zu pressen braucht man entsprechende Gerätschaften, die ich leider nicht habe. Generell ist Frischpflanzensaft aus Kräutern immer super, um eine schöne Kur durchzuführen. Not macht erfinderisch, also kam mir die Idee für einen Shake. So zubereitet, verlieren die Brennhaare ihre Wirkung. Frisch im Salat sieht das schon mal anders aus, da habe ich mir auch schon die Mundhöhle verbrannt, trotzdem ich ganz junge Blätter verwendet habe. Dieser Shake hat auch noch jede Menge gesunde Inhaltsstoffe, wie Vitamin C, Kalzium, Kalium, Magnesium. Darüber hinaus enthalten sowohl Brennnesseln als auch Brombeeren die wertvollen Flavonoide. Das sind pflanzliche Farbstoffe deren Superpower ihre antioxidative Wirkung ist. Das bedeutet, sie wirken oxidativem Stress entgegen, der für Zellschädigungen in unserem Körper, dadurch auch Krankheiten wie Krebs und den Alterungsprozess verantwortlich ist. 

Easy to make

  • 3 frische Spitzen Brennnessel (etwa die ersten 10 cm mit den neuesten Blättern)
  • ½ gefrorene Banane
  • Einige Brombeeren (gesammelt und gefroren letztes Jahr)
  • 200 ml Reisdrink Vanille oder anderen Pflanzendrink

Mix it and ready to eat! 

Brennnesseltee

Eine weitere Möglichkeit, das Eisen in der Brennnessel für sich nutzbar zu machen, ist der Infus, der heiße Aufguss. Dafür brauchst du 1 TL getrocknete Brennnesselblätter oder 1 EL frische. Sie werden klein geschnitten und mit 150 – 200 ml kochendem Wasser übergossen. Ziehzeit: zugedeckt 8 – 10 Minuten. 

Brennnesseltinktur 

Auch eine Brennnesseltinktur (Alkohol oder Alkohol-Wasser-Auszug) kann zur Eisenversorgung verwendet werden. Ich habe meine bereits 2018 angesetzt und jetzt muss ich sie auch aufbrauchen, da Tinkturen nur etwa 2 Jahre haltbar sind. Für die meisten Tinkturen reicht ein Alkohol mit 35 – 45% Alkoholgehalt aus. Will man ätherische Öle entziehen, braucht man Weingeist mit 70 % Alkoholgehalt. Saponine oder Schleimstoffe lassen sich sogar mit 25 bis 35 %igem Alkohol am besten ausziehen. Das Rezept findest Du hier. Davon nehme ich 3 mal täglich 20 – 25 Tropfen pur oder in Wasser verdünnt. Nun weiß ich natürlich nicht, wie hoch der Eisengehalt in meiner Eigenkreation tatsächlich ist, doch ich kombiniere Frischpflanzen mit Tee und Tinktur. Am dritten Tag nach Kurbeginn habe ich, wie gesagt, noch die Eisenkapseln dazugenommen. Die werde ich jetzt mal zehn bis 14 Tage nehmen, je nachdem, wie sich meine Müdigkeit entwickelt. Die Brennnesselkur werde ich trotzdem weiter machen, denn sie ist immer gut. Nach 4 Wochen muss so eine Kur beendet werden, da ein Gewöhnungseffekt eintritt. Du kannst dann nach gut 2 Monaten erneut starten und zwischendurch mit einem anderen Kraut, z.B. Löwenzahn arbeiten.

Zusätzlich esse ich mehr eisenhaltige Lebensmittel wie z.B. Feldsalat, Leinsamen oder Quinoa. Ein bisschen Chlorella nehme ich auch noch dazu, doch mittlerweile bin ich bei solchen Produkten, auch wenn sie bio usw. sind, skeptischer geworden, da sie oft mit Schwermetallen belastet sind. Andererseits sind unsere lebensmittel auch nicht gerade das Beste, das man seinem Körper zuführen kann. Frei nach Paracelsus gilt also weiterhin: Die Dosis macht das Gift. Flexibel bleiben, vielfältig essen und versuchen, den Bedarf so gut es geht über ausgewogene Kost zu decken.

Sollten die Symptome eine andere Ursache haben, werde ich die Brennnesselkur trotzdem weiter machen, da diese tolle Heilpflanze auch generell stärkt und sich positiv auf den Stoffwechsel auswirkt. Man kann hier weder etwas falsch machen, noch überdosieren. Wer empfindlich auf Histamin reagiert, verträgt die Brennnessel evtl. nicht, da sie sehr viel Histamin enthält.

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