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Kombucha: Alles Humbug oder einfach ein weiterer Baustein für ausgewogene Ernährung?

Kombucha

Über Kombucha scheiden sich ja wirklich die Geister. Während die Einen auf die positive Wirkung auf den Organismus und vor allem das Mikrobiom schwören, sagen Wissenschaftler, dass das alles Humbug sei, da man keinerlei positive Auswirkungen nachweisen kann. Er eigne sich lediglich als Erfrischungsgetränk und sei teilweise sogar gesundheitsschädlich. Laut Verbraucherzentrale traten bei einigen Personen, die Kombucha selbst hergestellt haben, leichte bis schwere körperliche Reaktionen, teilweise sogar mit Todesfolge auf. Allerdings mit dem Vermerk, dass nicht bewiesen werden konnte, dass selbige auf den Verzehr des selbst hergestellten Kombucha zurückzuführen sind. Jetzt darf man sich natürlich wieder fragen, warum das dann da steht, aber gut … letztlich geht es wieder um die eigene Entscheidung ob für oder wider. Ich jedenfalls möchte das jetzt mal eine Zeit lang ausprobieren und werde ja dann sehen, ob und welchen Effekt das Getränk hat.

Der Teepilz, der kein Pilz ist 

Man spricht zwar vom Kombuchapilz, doch genau genommen handelt es sich hier um einen Organismus aus Hefen, Bakterien und Enzymen, die in Symbiose leben. Über Fermentation werden Zucker und Nährstoffe im Teeaufguss umgewandelt. Die Hefen verstoffwechseln den Zucker zu Kohlensäure und Alkohol. Die Bakterien verstoffwechseln den Alkohol und die Inhaltsstoffe des Tees in Säuren und es entstehen unter anderem neue Enzyme und Vitamine. Länger als drei Wochen sollte man den Ansatz nicht stehen lassen, da er dann wohl nur noch nach Essig schmeckt. Nur ein paar Tage reicht meiner Meinung nach auch nicht aus, um dem Getränk den Twist zu einer fermentierten Nahrungsergänzung zu geben, da der PIlz die förderlichen Stoffe ja erst einmal herstellen muss. Ich halte zehn bis 14 Tage für gut. Das Getränk reift auch noch nach.

Eine positive Wirkung auf das Mikrobiom wird ihm also vor allem wegen der entstehenden lebenden Organismen, wie Milchsäurebakterien, unterstellt. Er gehört damit zu den probiotischen Nahrungsmitteln, die als unterstützend für die Darmgesundheit gelten. Aus diesem Grund erschließt sich mir persönlich auch nicht die Annahme, er würde gar keine Wirkung haben. Zumal er wohl schon seit fast 2000 Jahren bekannt ist und man daraus ja schließen könnte, dass sich nur hält, was auch hilft. Vor allem in der TCM hat er Tradition und kam wohl auch von China über Russland zu uns. Hier passt auch das gute alte Argument aus dem Schamanismus: Wenn das Alles nur Einbildung wäre, hätten sich diese uralten Heilmethoden wohl nicht bis heute so erfolgreich gehalten. Auch der Zuckergehalt, der von der Verbraucherzentrale angemerkt wird, ist mit etwas gesundem Menschenverstand zu vernachlässigen, da selbiger ja von den Mikroorganismen verstoffwechselt wird. Einzig den Industrie-Kombucha finde auch ich überflüssig, da er – wie alle Getränke im regulären Handel – pasteurisiert und damit wertlos ist. 

Zu beachten

Wichtig ist, dass man den Ansatz samt Pilz immer in gut gesäuberten Gefäßen bearbeitet. Reifen sollte er in einem Glas, da der Ansatz aus anderen Materialien wohl Stoffe ziehen kann. Ich spüle die Gläser immer mit sehr heißem Wasser aus, wie beim Einkochen oder Einwecken von allen anderen Lebensmitteln auch, habe aber offen gesagt beim letzten Ansatz und auch diesmal nicht so einen Wind um akribische Reinigung gemacht, weil ich testen wollte, was dann passiert. Der Pilz sah ganz normal aus, das Gebräu schmeckte wie fermentiertes Gebräu – also war das für mich erstmal in Ordnung. Das war allerdings nur der Test, ansonsten desinfiziere ich immer alles, wie hier beschrieben. Wenn es nach der Verbraucherzentrale geht, muss man das Getränk schon fast unter Laborbedingungen anrichten, damit keine fremden Pilzsporen aus der Luft hineingelangen. Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass man das vor hunderten oder tausenden Jahren schon so gemacht hat. Einfach sauber und gewissenhaft arbeiten!

Kombucha
So sieht der Ansatz nach der Reifung aus: Der Pilz sitzt wie ein Pfropfen auf dem Ansatz

Was er letztendlich wirklich bringen wird, werde ich wohl nie ganz genau sagen können, da ich so viele verschiedene Bausteine für meine Darmsanierung und Gesunderhaltung verwende. Doch schaden wird er sicher nicht. Außer, ich habe etwas falsch gemacht. Das Grundrezept, das aber ein plus / minus an Zucker und Tee absolut verträgt, lautet folgendermaßen:

Grundrezept

  • Auf 1 Liter gekochtes Wasser kommen etwa 7 Gramm Schwarz- oder Grüntee und 60 – 80 Gramm Zucker. Ich nehme Grüntee, braunen Rohrohrzucker und davon lieber nur 60 Gramm
  • 15 Minuten ziehen lassen 
  • Wenn der Tee handwarm oder kälter ist, zusammen mit dem Pilz und 10% Start-Aufguss (aus vorherigem Ansatz) in ein sauberes Glas mit weitem Hals geben und mit einem Stofftuch oder doppeltem Küchenkrepp und einem Gummiband verschließen
  • Mind. 10 Tage stehen lassen, denn: Je mehr Zeit, desto mehr Säure, desto mehr umgewandelte Inhaltsstoffe 

Wenn du den fertigen Kombucha in eine Flasche füllst, dann filtere ihn durch ein Leintuch. Ich nehme dafür einen Trichter, in dem ich das Tuch platziere.

Update nach ein paar Monaten Kombucha

Das Getränk ist fester Bestandteil in unserer Küche geworden und ich habe nun immer welchen da. Bis eine Charge verbraucht ist, ist die nächste gereift. Ich lasse ihn immer elf bis zwölf Tage reifen. In den Ansatz kannst du übrigens auch, beispielsweise, ein paar Stängel Rosmarin geben. Als leckere, erfrischende Limonade schmeckt Kombuacha am besten. So wie hier z.B.: Kombucha-Limoande (Instagram)

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