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Krankheitsbild Reizdarm – mein Erfahrungsbericht Teil 2: Aus Rückschritt wird Fortschritt: Darmsanierung mit effektiven Mikroorganismen, Teufelsdreck und mehr

Ja, manchmal muss man erst einen Schritt zurück, sich die Augen reiben, die Linse scharf stellen, noch mal in die Richtung blicken, in die man gehen möchte, und dann geht es weiter. Was ist passiert? Etwa Anfang April 2019 war ich also mit der FODMAP-Diät und Beratung Nummer drei durch. Das Ergebnis war wieder nur mäßig befriedigend und ich stand quasi wieder am Anfang. Obwohl ich die Diät gegen Ende auch noch mit einer Darmsanierung mit Zeolith und dem oben erwähnten Probiotikum abgeschlossen habe. Was ich wollte, war eigentlich mal eine komplette Durchspülung meines Körpers, denn es drängte sich mir immer mehr die Erkenntnis auf, dass diese ganze Darmgeschichte nur ganzheitlich gelöst werden kann. Und damit meine ich die Arbeit mit Körper, Geist und Seele. Das mache ich sowieso seit vielen Jahren, aber was zählt ist ein System, das aus den richtigen Bausteinen besteht. Und die sind gar nicht so einfach zu finden. Ich hatte mich auch schon des Öfteren mit Schwermetallbelastung und Candida befasst, aber immer nur Einzelmaßnahmen getroffen. Und die wahrscheinlich auch nicht lange genug. 

Anfang Mai habe ich also erstmal damit begonnen täglich zu meditieren. Der Magen, wie auch alle anderen Organe, sind über den Vagusnerv mit dem Gehirn verbunden. Hier fließen non-stop Informationen von oben nach unten und anders herum und das bedeutet, dass sich Hirn, Magen und Darm gegenseitig bedingen. Über Meditation bringt man Ruhe und Ausgeglichenheit ins System, was gerade für den Reizdarm super wichtig ist. Ich suchte dann auch zum ersten Mal eine Heilpraktikerin auf, die mir sagte, dass da körperlich erstmal nichts zu machen sei und ich für den Anfang Stress abbauen muss, bevor der Körper entgiften und saniert werden kann. Die Cortisol-Speicher müssten wieder aufgefüllt werden. So weit so gut. Stress abbauen ist nicht einfach, doch natürlich war und ist mir bewusst, dass mein Level schon viel zu lange über Oberkante war. Deshalb habe ich ja auch die tägliche Mediation begonnen. Gerade, seit wir nach Hamburg gekommen sind, haben sich die Ereignisse überschlagen und ich bin aus dem Stress gar nicht mehr rausgekommen. Ihre Information habe ich dann erstmal so hingenommen, doch ist es ja auch so, dass der Körper Stress hat, wenn der Darm Stress hat und umgekehrt und schon beißt sich die Schlange in den Schwanz. In mir schlummerte also weiter die Überzeugung, dass das auch in Kombination gehen kann. Kurze Zeit später, Ende Juli, habe ich dann eine heftige Darmentzündung bekommen, die mich über einen Monat umgehauen hat. Das hatte ich noch nie und da wurde mir bewusst, dass sich jetzt ganz drastisch was ändern muss, weil der negative Kreislauf mittlerweile schneller voranschreitet als mir lieb ist. Der Reizdarm ist zwar ständig entzündet, doch es gibt einen Unterschied zwischen entzündeten Herden und einer großflächigen Entzündung wie dieser. Während mein Gastroenterologe mir sagte, dass ich ruhig alles essen soll, wonach mir ist, weil man Diäten ja heutzutage nicht mehr so macht (…?…) und man ansonsten nichts tun kann (öfter mal was neues …), habe ich mich vier Wochen lang an leicht gewürzte Suppen, Brei und vor allem Ruhe gehalten. Nach Abklingen der akuten Symptome war von meinem Mikrobiom und mir selbst gefühlt nichts mehr übrig. Der bereits bekannte Nullpunkt kann halt immer noch nulliger werden. 

Unser Mikrobiom ist ein wichtiger – wenn nicht DER – Schlüssel zu körperlicher und geistiger Gesundheit. Ist es aus dem Takt, kommen auch alle anderen Körperfunktionen aus dem Takt. Der Darm ist unser zweites Gehirn und der Sitz der Gesundheit. Kopfhirn und Bauchhirn stehen über den Vagusnerv in ständigem Wechselspiel miteinander. Wie oben, so unten und umgekehrt. Umso wichtiger, dass sich alle Ebenen in einer natürlichen und gesunden Balance befinden. Die Heilung des Darms bedeutet also auch immer die Heilung des Kopfes und umgekehrt. Und es ist dementsprechend nicht so trivial und einseitig, wie einem das von Außen meist suggeriert wird. Alles hängt zusammen, Heilung ist eine sehr individuelle Geschichte und es kommt darauf an, sich selbst und sein Umfeld sehr gut und tief zu beobachten und viele einzelne Puzzleteile zu einem großen Gesamtbild zusammenzusetzen. Zum Glück kommt aus irgendeiner Richtung doch immer ein neues, nützliches Teilchen und so erzählte mir eine Bekannte von effektiven Mikroorganismen und bei wem ich sie bestellen soll. 

Effektive Mikroorganismen – Was ist das?

Effektive Mikroorganismen sind aerobe und anaerobe Mikroben in flüssiger Form, die hier in Deutschland offiziell nur als Bodenhilfsstoff zugelassen sind. Ich weiß nicht, wann sie den Weg in den menschlichen Körper gefunden haben, doch ursprünglich waren sie dafür gedacht, das bakterielle Klima in Stallungen zu verbessern, ein gutes Bodenklima wiederherzustellen oder auch Flächen und Böden zu putzen und so ein gesundes Raumklima zu gewährleisten. Es gibt ein sehr interessantes Hörbuch von Ernst Hammes und Gisela van den Höövel: Verdauung leicht gemacht. Dort wird erläutert, was es mit Bakterien, Pilzen, Parasiten und Mikroorganismen eigentlich so auf sich hat, was sie alles beeinflussen und was wir uns folglich Gutes tun können. Ich empfehle das wirklich sehr. Für mich war es Pflichtlektüre, als ich die effektiven Mikroorganismen (EM) bei meinem Händler bestellt habe. Wenn man das erste Mal bei Michael aufschlägt, gibt es ein Beratungsgespräch in dem er abfragt, mit welchen Symptomen man es zu tun hat. Darauf stimmt er die Dosierung der EMs und eventuell weitere Maßnahmen ab. Im ersten Schritt hat er mir folgendes geraten.

Zwei Mal täglich effektive Mikroorganismen mit Zeolith

Ich habe Michael also von meinem Zustand berichtet. Er empfahl mir morgens und abends jeweils einen Esslöffel EMs, vermischt mit einem Esslöffel Zeolith in Wasser gelöst zu trinken. Das Zeolith soll dem Schutz der Mikroben dienen, da sie sich in den kristallinen Strukturen dieser Mineralerde „verstecken” können und es so unbeschadeter und in größerer Zahl durch die Magensäure schaffen. Die Magensäure stellt für jedes Probiotikum ein Hindernis dar und man muss sich immer bewusst sein, dass viele der Bakterien auf dem Weg in den Darm absterben. Daher ist auch die Einnahmedauer entscheidend. Ich habe etwas weniger Zeolith genommen, das man übrigens nicht mit einem Metalllöffel umrühren darf, da man sonst die Ladung beeinflusst. Zeolith besteht unter anderem aus Kalzium-, Kalium- Natrium- und Magnesiumionen, die alle negativ geladen sind. Der Sinn der Einnahme besteht darin, schädliche Stoffe aus dem Darm zu ziehen. Das geschieht zum einen über Adsoprtion und zum anderen über Ionen-Austausch: Die im Zeolith gebundenen Mineralien werden vom Körper aufgenommen und die Zeolith-Kristalle wiederum ziehen positiv geladene Schadstoffe aus dem Körper. Alles in allem soll Zeolith beispielsweise Säuren, Schwermetalle, Bakterien- oder Schimmelpilzgifte binden und ausleiten, also dem Körper helfen zu entgiften. Ich verwende übrigens Klinoptilolith Zeolith. Die Meinungen über diese Mineralerden, zu denen auch Bentonit gehört, gehen weit auseinander und jeder muss sich selbst klar darüber werden, zu welchen Maßnahmen er greift. 

Einmal täglich gekochte Salzzitrone mit Teufelsdreck

Zusätzlich zu den EMs hat er mir die Einnahme von gebackener Salzzitrone empfohlen. Eine Maßnahme, die wohl auf die sog. Mazdaznan-Lehre zurückgeht. Ich habe das mal gegoogelt und nur rudimentäre Informationen dazu gefunden. Was ich allerdings über diese Lehre herausgefunden habe, hat mir nicht gefallen. Aber hier geht es ja nur um die Zitrone. Das Backen dauert ewig und man kann die Zitronen auch kochen, was ich auch gemacht habe. Man kocht also ein paar Zitronen in Wasser, bis die Schale schön schrumpelig-weich ist. Sie sollten nicht platzen. Dann werden sie ausgepresst (ich habe das Fleisch auch genommen) und es kommt so viel gutes (!) Salz hinzu, dass der Saft nicht mehr sauer schmeckt. Auf sechs Zitronen sind das etwas mehr als eine Teelöffelspitze oder ein viertel Teelöffel. Hier gilt es auszuprobieren. Von dem Gemisch werden morgens auf nüchternen Magen 30 bis 50 Milliliter getrunken. In diese Menge darf noch eine Messerspitze Teufelsdreck dazu, eine Ayurvedische Gewürzmischung, die wie Maggie schmeckt. Für die zusätzliche anti-Parasiten-Power. Und ja, das ist alles so schwer runterzubekommen, wie es sich anhört. Aber es hilft. Dieses Gemisch treibt laut Michael die Parasiten und schädlichen Pilze aus dem Darm. Denn bei einer Darmsanierung geht es ja nicht nur darum, die guten Bakterien wieder aufzubauen, sondern die schlechten ebenso herauszuspülen und zusätzlich eben Parasiten und Pilze loszuwerden. Ich habe das Gemisch etwa vier Wochen genommen (mindestens drei) und es hat eine ersichtliche Wirkung gehabt. In Kombination mit den EMs zweimal täglich hat sich meine Verdauung so gut entwickelt, wie schon lange nicht mehr. Die EMs nehme ich immer noch und mache diese Kur nun seit etwa Mitte September. Seitdem nehme ich auch hochdosiertes Kurkuma mit Piperin und Chlorella ein. Über Chlorella kann man Schwermetalle aus dem Körper leiten und zusätzlich entgiften. Dazu noch Leberzauber, ebenfalls eine ayurvedische Kräutermischung, die die volle Ladung Bitterstoffe liefert. Die Leber braucht Bitterstoffe ganz dringend, um geschützt zu sein und richtig arbeiten zu können. Zudem unterstützen Bitterstoffe die Entgiftungsprozesse. Man kann auch im Frühjahr eine Teekur mit Löwenzahn oder Mariendistel machen. Wir nehmen über die Nahrung zu wenig Bitterstoffe auf, da sie hier nach und nach herausgezüchtet wurden.  

Paleo als weiterer Baustein der Sanierung 

Michael hatte mir bei unserem ersten Gespräch bereits geraten, eine dreiwöchige Keto-Kur durchzuführen, wenn der Blähbauch nicht verschwindet. Hier geht es darum, alle Kohlenhydrate wegzulassen, von denen sich auch die unerwünschten Pilze und Parasiten ernähren, und sie somit auszumerzen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass auch unsere guten Darmbakterien Kohlenhydrate brauchen, um zu überleben. Ich habe mich dann für den Mittelweg entschieden: Paleo. Allerdings auch nicht dogmatisch.

Glücklicherweise macht mein Partner hier mit, denn sonst wäre das mit dem Kochen ein bisschen schwierig. Da ich ja sowieso ein Thema mit Gluten habe und auch Getreide, das als glutenfrei gilt, trotzdem geringe Mengen enthalten kann, haben wir Anfang November beschlossen, einfach mal Paleo zu probieren. Nur um zu gucken, was passiert. Und vor allem statt der empfohlenen Keto-Kur. Wir nehmen das allerdings nicht so streng dogmatisch und wollten vor allem nicht zu krassen Fleischessern werden. Deshalb gibt es bei uns trotzdem Sojaprodukte und auch normale Kartoffeln. Wir lassen alles Getreide, Milchprodukte und Kristallzucker konsequent weg. Diesen Zucker nehme ich auch sonst nur, wenn ich backe. Und siehe da: Das ist so viel einfacher als gedacht und hat nach ein paar Tagen wirklich den versprochenen Energieschub gebracht. Wo ich das hier schreibe sind wir seit etwas mehr als drei Wochen dabei und uns fehlt weder Hirse, Reis und Co. noch der geliebte Käse. Bevor wir mit Paleo begonnen haben, hatte ich oft Lust auf Käse und Süßes. Letzteres hat sich nach der Darmentzündung entwickelt. Jetzt ist das gar nicht mehr so. Meine Verdauung ist sogar noch ein ganzes Stück besser geworden. Und zwar so viel besser, wie ich gar nicht mehr zurückdenken kann, wann sie das letzte mal so gut gewesen sein soll. Und auch die Symptome wurden noch weniger. Jetzt ist leider wieder Adventszeit und es gibt Plätzchen und Weihnachtsleckereien, die wir uns nach drei Wochen Kur ohne Kompromisse auch in Maßen gönnen. Der Nikolaus kam dazwischen. Aber das Getreide werde ich mit wenigen Ausnahmen wie Hirse, Quinoa oder Buchweizen auch weiterhin weglassen. Ich bin mir hier noch nicht ganz sicher, ob am Ende nicht doch ein paar Nährstoffe und vor allem Energie fehlen. Wie gesagt braucht der Körper Kohlenhydrate, aber die führen wir zumindest über Nüsse, Saaten, Kerne, Kartoffeln und Süßkartoffeln zu. Quinoa ist ein altes und bewährtes Nahrungsmittel und ein Pseudogetreide. Buchweizen ist ebenfalls kein Getreide und Hirse ist zwar eines, aber ein sehr gesundes. Hauptsache nicht dogmatisch, das ist uns wichtig. 

Lange Rede kurzer Sinn

Ich hoffe, mit diesem Beitrag einigen Betroffenen auf ihrem Weg helfen zu können, denn ich bin überzeugt davon, dass die Kombination der Methoden, die mir jetzt geholfen hat, auch anderen helfen kann. Ich bin natürlich noch nicht am Ende und es gilt zu beachten, dass viele Faktoren im Leben angepasst werden müssen, um den Reizdarm und auch andere chronisch-entzündliche Krankheiten in den Griff zu bekommen. Jahrelange Krankheit ist nicht in drei Monaten ausgeheilt. Aber wenn man schon mal wieder mehr Ruhe und Ordnung in sein System bringen kann, dann ist das einfach Gold wert. Die tägliche Meditation mache ich natürlich immer noch, oft auch zweimal täglich. Und auch sonst stelle ich meine persönlichen Bedürfnisse viel mehr in den Vordergrund als früher. Wenn ich Ruhe brauche, gönne ich mir Ruhe. Wenn ich keine geistigen Kapazitäten mehr für die Arbeit habe, höre ich auf (es lebe die Selbstständigkeit). Mein Sportprogramm habe ich tatsächlich entschärft, usw. Man kann so viel für sich selbst tun, wenn man in sich reinhört. Dazu kommt eine neue Form der schamanischen Arbeit, die ich im Oktober begonnen habe, aber das ist eine eigene Geschichte. 

Schreibt mir gerne eine Mail an haux.haux@anjas-weg.de wenn ihr Fragen zu der hier vorgestellten Methode habt, den Kontakt zu Michael wollt, oder auch um einfach hallo zu sagen! 

Ich erhebe keinen Anspruch auf medizinische Beratung oder Heilversprechen!

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