InSelbstgemachtes

Würzig-zimtiger Magenbitter

Der Magenbitter ist ein Helferlein mit langer Tradition. Seine Inhaltsstoffe sollen die Verdauung nach einem fettigen Essen oder einfach Völlegefühl anregen. Immer wieder gibt es hier gegensätzliche Meinungen und es stellt sich die Frage, ob er wirklich hält was er verspricht. Die Antwort ist ein ganz klares „ja!“. Allerdings ist Alkohol nicht gleich Alkohol und selbiger hat auch nicht direkt mit den verdauungsfördernden Eigenschaften zu tun. Diese bringen die Kräuter mit, die in den Alkohol eingelegt werden.

Wie der Name schon sagt, bringt ein Magenbitter eine besondere Eigenschaft mit, die ihn zu einem beliebten Verdauungshelfer macht: Bitterstoffe. Sie sind in den Kräutern enthalten, mit denen der Schnaps angemacht wird. Alkohol hat die praktische Eigenschaft, dass er den Kräutern, Gewürzen oder Früchten die man in ihn einlegt, die Geschmacks- und Inhaltsstoffe entzieht. Siehe auch meine Beiträge zu Tinkturen. Je höher der Alkoholgehalt, desto besser. Geht es aber um die Herstellung eines Likörs oder eben Schnaps, greift man am besten auf einen guten Tropfen aus dem Supermarkt zurück, der geschmacklich so neutral wie möglich ist.

Ein Magenbitter ist so ganz einfach herzustellen und der Vorteil ist, dass man den Geschmack über die beigefügten Kräuter und den gewählten Schnaps selbst bestimmen kann. Man sollte hierfür auf jeden Fall etwas Hochprozentiges wie beispielsweise Korn nehmen. Da ich Korn nicht besonders mag, habe ich mich für Cachaca (Zuckerrohrschnaps) mit min. 40% Alkoholgehalt als Basis entschieden.

In eine Karaffe, die zum Einwecken geeignet ist, kommen dann zuerst die Kräuter. Da ich meine Zutaten meistens Pi-mal-Daumen abmesse, kann ich hier zum Teil nur die ungefähren Angaben geben:

  • 1 EL Kümmel
  • 1EL Beifuß
  • 1 EL Anis
  • Etwa 2cm Zimtstange (Ceylon)
  • 7 Nelken
  • Einige Rosenblütenblätter
  • Einige Stengel frische Minze
  • Etwas Lavendelblätter
  • Eine Prise Koriandersamen
  • 0,7 l Cachaca

Bis auf die Rosenblüten und den Lavendel enthalten alle Zutaten auf dieser Liste Stoffe, die die Verdauung fördern. Magen-Darmtätigkeit, Gallenfunktion und Leber werden angeregt. Gleichzeitig sind sie dabei auch sehr magenschonend und gesund. Einzig die Minze ist nichts für einen entzündeten Magen, da sie die Schleimhäute reizt. Lavendel beruhigt eher und Zimt regt die Darmtätigkeit an. Als Gewürzt trägt auch er zur Bekömmlichkeit von Speisen bei und dazu ist er noch lecker! Ich verwende ausschließlich Ceylon-Zimt, da dieser weniger Cumarin enthält, was nicht regelmäßig konsumiert werden sollte. Die Kräuter werden dann mit dem Cachaca übergossen und an einen abgedunkelten Platz gestellt. Ich habe die Karaffe in unserer Bar platziert, das ganze drei Monate ziehen lassen und durch einen Kaffeefilter abgeseiht. Das Ergebnis ist ein herrlich goldener Magenbitter mit zimtiger Note. Ein Zentimeter Zimtstange hätte wohl auch gereicht, aber so schmeckt er einfach sehr besonders und am wichtigsten: er hilft!

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