InSelbstgemachtes

Brennnesseltinktur zur Unterstützung des Stoffwechsels

Links und rechts unserer Terrasse steht jeweils eine Brennnessel. Eine Pflanze ist männlich, eine weiblich. Sehr praktisch, denn so wird die weibliche Pflanze immer schön befruchtet und wir können die Samen ernten. Wir lassen die Brennnesseln auch immer stehen, da sie auch für vielen Insekten, wie Schmetterlinge, eine wichtige Brut- und Nahrungsquelle darstellen. Zudem ist die Brennnessel kein Unkraut, wird aber leider meist so behandelt. Vielleicht liegt das auch an ihrer Wehrhaftigkeit. Dieser kann man bei der Verarbeitung ganz gut entgehen, wenn man die Stängel mit dem Strich anfasst.

Die Heilwirkung der Brennnessel
Wie alle Heilpflanzen hat auch die Brennnessel diverse gesundheitsfördernde Eigenschaften. Sie enthält vor allem Flavonoide, Vitamin C und jede Menge Mineralstoffe wie Kalium, Kieselsäure oder Eisen. Bereits im 1. Jahrhundert wendete der griechische Arzt Dioskorides frische Blätter als Pflaster für septische Wunden oder den Saft gegen Nasenbluten an.* Die getrockneten oder frischen Blätter (noch besser) als Tee getrunken regen die Nierentätigkeit an und wirken damit stoffwechselanregend, harntreibend und entgiftend. Durch ihre diuretischen Eigenschaften ist die Brennnessel ein bewährtes Heilkraut bei Harnwegserkrankungen und rheumatischen Erkrankungen wie Arthrose oder Gicht. Außerdem ist sie bestens für eine reinigende und belebende Frühjahrskur geeignet, die man nicht unbedingt im Frühjahr machen muss. Ihr hoher Eisengehalt kommt vor allem uns Frauen zugute. Ich liebe die Brennnessel und sie ist fester Bestandteil meiner Kräuterküche.

Macht man eine richtige Teekur, sollte man täglich über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen drei Tassen Infus trinken. Ich mische meine Kräuter immer durch und trinke sowieso jeden Tag mindestens zwei Tassen Kräutertee, von daher nehme ich das nicht so genau. In Form dieser Tinktur, wie ich sie nun zubereitet habe, wird die Wirkung intensiviert.

In diesem Jahr habe ich auch zum ersten Mal die Samen geerntet, denn sie sind ein echtes Superfood, das direkt vor unserer Haustür wächst. Sie enthalten viele hochwertige Proteine, die guten Flavonoide und ebenfalls Mineralstoffe und Vitamine. Sie stärken und wirken immunstimulierend. Nutzt man unsere heimischen Heilpflanzen trägt man auch seinen Teil dazu bei, dass Chia, Quinoa und Co. nicht meilenweit mit schlechter Ökobilanz zu uns transportiert werden.

Zubereitung
Auch für diese Tinktur habe ich einen guten Weinbrand mit 36% Alkoholgehalt verwendet. Tinkturen mit frischen Kräutern werden im Verhältnis von Kraut:Alkohol 1:5 bis 1:10 angesetzt. Für diese Tinktur habe ich auf 250 ml Alkohol zwei Hände voll junger, frischer Brennnesselblätter verwendet. Diese klein schneiden, locker ins Glas geben und mit dem Weinbrand aufgießen. Die Mischung sollte etwa drei Wochen auf einer lichten Fensterbank (nicht in die Sonne) ziehen, einmal täglich schütteln und nach Ablauf der Zeit durch einen Kaffeefilter abseihen. In braunen Gläsern hält die Tinktur zwei Jahre.

Fertige Brennnesseltinktur

Quelle
*Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen

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